Das SO36 – für alles und jeden

Wer hat noch nicht von ihm gehört – dem legendären SO36 in Berlin-Kreuzberg, einem Veranstaltungsort mit Geschichte, Zukunft und einer schillernden Gegenwart! Durch die Corona-Krise im Jahr 2020 wurden Gerüchte laut, der Club müsse endgültig schließen. Warum das glücklicherweise nicht der Fall ist und was verloren ginge, wenn das SO36 irgendwann wirklich nicht mehr existieren würde, erzählt dieser Artikel.

Punkrock, New-Wave und Parties

Das SO36 wurde als Veranstaltungsort erstmals 1978 in Betrieb genommen. Im 19. Jahrhundert diente der großzügige Raum als Biergaststätte, unter dem Namen Kinora entstand dann ein Kino, das nach dem Zweiten Weltkrieg wegen weitgehender Zerstörung geschlossen werden musste. Bis 1978 die ersten Konzerte organisiert wurden, wechselte der Ort mehrfach Besitzer und Zweck.

Der Ton war damals schon rebellisch, und bis 1983 traten durchgehend Punkbands auf. Nach einer weiteren Schließung dauerte es bis 1990, dann aber konnte das SO36 wieder eröffnen und fungiert seitdem als Club, Konzerthaus, Veranstaltungsort, Nachtflohmarkt und Bingohalle. Wer sich über die breite Aufstellung wundert, sollte einmal einen Blick in das Programm des SO36 werfen. Tatsächlich kann man hier fast täglich herkommen und wird Gefallen an der wilden Mischung finden.

Ein buntes Programm

So gibt es die allseits beliebte Bad Taste Party, bei der alte Gassenhauer des kitschigen Techno gespielt werden und die Gäste in seltsamen Kostümen zum Klub kommen. Dann wiederum spielen altehrwürdige Punkbands wie Agnostic Front und Cocksparrer im SO36 und bringen eine Stimmung auf die Bühne, die seit den 80er-Jahren von vielen verloren geglaubt wurde. In der Rollschuhdisco kann man sich dann ebenso auspowern wie beim Bingo. Ruhiger wird es wiederum, wenn der Nachtflohmarkt seine Tore öffnet.

Das Motto des SO36 ist denkbar einfach – jeder ist willkommen. So versucht die Institution den verschiedenen Identitäten des Kreuzberger Kiezes, von nichtbinären Geschlechtern bis hin zu den diversen religiösen Gruppen, eine Plattform zu geben.

Gerade deshalb bleibt das SO36 zeitlos und ist weitaus mehr als „nur“ ein Punkrockschuppen, in dem David Bowie und Nena aufgetreten sind. Hingehen lohnt sich!